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| Radioaktive Abfälle in der Schweiz |
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Schweizweit fallen pro Jahr ein paar Hundert Kubikmeter radioaktive Abfälle an. Hauptsächlich entsteht radioaktiver Abfall bei der Stromproduktion in den fünf Kernkraftwerken der Schweiz. In den Kernkraftwerken werden Uranatomkerne zur Energiegewinnung künstlich gespalten. Denn aus einer verhältnismässig kleinen Menge Uran lässt sich deutlich mehr Energie gewinnen als aus der gleichen Menge Erdöl. Ausser bei der Kernspaltung entstehen radioaktive Abfälle ausserdem bei verschiedenen Anwendungen in Industrie, Medizin und Forschung. Bei Annahme einer 50-jährigen Betriebszeit der Kernkraftwerke beläuft sich die Gesamtmenge der zur Entsorgung anfallenden Abfälle gemäss „Sachplan geologische Tiefenlager“ auf rund 87‘100 Kubikmeter, wovon rund 77‘000 Kubikmeter schwach- und mittelaktive Abfälle, 2‘600 Kubikmeter alphatoxische Abfälle und 7‘500 Kubikmeter hochaktive Abfälle sind. Für die sichere Entsorgung dieser Abfälle gilt grundsätzlich das Verursacherprinzip, was bedeutet, dass die Kernkraftwerkbetreiber für die Entsorgung der verbrauchten Brennelemente sowie der übrigen radioaktiven Abfälle aus den Kernkraftwerken verantwortlich sind. Auch müssen die Erzeuger sämtliche anfallenden Kosten vollumfänglich selbst tragen. Für die Abfälle, welche nicht bei der Kernenergienutzung entstehen, ist hingegen der Bund zuständig. 1972 gründeten Kernkraftwerkbetreiber und Bund die Nagra, welche mit der Aufgabe der sicheren und nachhaltigen Entsorgung beauftragt ist. Wie sieht die Abfallentsorgung heute aus? Bei der Kernspaltung in den Brennelementen eines Kernkraftwerks entstehen hochradioaktive Stoffe. Nach vier bis sechs Jahren müssen diese Brennelemente in der Regel ersetzt werden. In der Regel geschieht dies alle vier bis sechs Jahre. Die ausgedienten Brennelemente werden in Zwischenlagern aufbewahrt, bis sie später wiederaufgearbeitet oder direkt in einem geologischen Tiefenlager deponiert werden. Zwischenlagerung Ein Zwischenlager ist ein temporärer Aufbewahrungsort für radioaktive Abfälle. Wenn die Brennelemente aus einem AKW nicht mehr zur Energieerzeugung genutzt werden können, werden sie aus dem Reaktor genommen und sicher zwischengelagert. Aktuell werden in der Schweiz die schwach- und mittelaktiven Abfälle gut verpackt im Zwilag , im Bundeszwischenlager in Würenlingen und auch bei den Kernkraftwerken zwischengelagert. In der Regel werden die im Zwischenlager deponierten Elemente so lange aufbewahrt, bis die Radioaktivität soweit abgeklungen ist, dass die Abfallelemente problemlos in ein Endlager gebracht werden können. Tiefenlager Das Kernenergiegesetz schreibt vor, dass die radioaktiven Abfälle in geologischen Tiefenlagern entsorgt werden müssen. Gewährleistet werden muss in erster Linie der umfassende Schutz von Mensch, Tier und Umwelt. Grundsätzlich sieht das schweizerische Entsorgungskonzept zwei Tiefenlager vor: ein geologisches Tiefenlager für hochaktive Abfälle und ein geologisches Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle. Beide Lager werden mehrere Hundert Meter tief im Boden realisiert. Jedes Endlager muss zudem ein System von natürlichen wie auch technischen Sicherheitsbarrieren aufweisen. Die natürliche Barriere bilden die geologischen Formationen, welche wasserundurchlässig sein müssen. Unter technischen Barrieren kann man sich etwa die Verpackung der Abfälle oder spezielle Schachtverfüllungen vorstellen. Die Kombination aller eingesetzten Barrieren soll das Freisetzen von radioaktivem Material verhindern und somit ein sicheres Lager garantieren. Dass Tiefenlager eine sichere Lösung für die Lagerung von hochaktiven Abfällen darstellen, ist heute weltweit anerkannt. Denn obwohl in Lagerstätten an der Erdoberfläche die Abfälle leichter kontrollierbar sind, stellen die Entwicklungen an der Erdoberfläche (z. B. langfristiger Klimawandel) und die teils sehr instabilen gesellschaftlichen Verhältnisse weltweit die Anforderungen auf eine harte Probe. Nicht zuletzt aufgrund der technischen Sicherheitsbarrieren und der sich nur in in unvorstellbar langer Zeit verändernden Geologie werden deshalb geologische Tiefenlager bevorzugt. Sämtliche Untersuchungen, geeignete Standorte betreffend, beruhen auf seismischen Untersuchungen (2D- und 3D) sowie auf durch Bohrung gewonnenen Daten. |
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